Mein Führungsverständnis
Führung übernimmt Verantwortung und gibt Orientierung.
Jede Führungskraft entwickelt im Laufe der Zeit ihr eigenes Führungsverständnis.
Meines ist durch viele Erfahrungen, Begegnungen und Entscheidungen entstanden. Es basiert auf der Überzeugung, dass gute Führung Verantwortung übernimmt, Orientierung gibt und Menschen dabei unterstützt, sich weiterzuentwickeln.
Die folgenden acht Grundsätze begleiten mich dabei.
01Führung beginnt mit Verantwortung
Ich bin überzeugt, dass Führung nicht bedeutet, immer die richtigen Antworten zu kennen.
Sie bedeutet, Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen zu treffen, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und den Mut zu haben, Verantwortung zu übernehmen.
Dazu gehört für mich auch, Fehlentscheidungen offen einzugestehen und daraus zu lernen.
02Führung gibt Orientierung
Menschen brauchen keine Führungskraft, die jede Entscheidung vorgibt.
Sie brauchen einen verlässlichen Rahmen, nachvollziehbare Entscheidungen und einen gemeinsamen Kompass.
Führung bedeutet für mich deshalb, Menschen zu befähigen, selbst gute Entscheidungen treffen zu können.
03Führung entwickelt Menschen
Ich glaube nicht daran, dass gute Mitarbeitende gefunden werden.
Ich glaube daran, dass gute Mitarbeitende entwickelt werden.
Deshalb investiere ich in Menschen.
In Ausbildung.
In Begleitung.
In Vertrauen.
Denn gute Schulungen vermitteln Wissen.
Gute Begleitung gibt Sicherheit, dieses Wissen auch anzuwenden.
04Führung denkt Systematisch
Einzelne Probleme verdienen Aufmerksamkeit.
Denn hinter jedem Problem stehen Menschen.
Für mich endet gute Führung jedoch nicht mit der Lösung eines Einzelfalls.
Ich möchte verstehen, warum ein Problem entstanden ist und welche Rahmenbedingungen wir verändern können, damit es künftig gar nicht erst oder zumindest deutlich seltener auftritt.
Deshalb interessiert mich nicht nur die Antwort auf die Frage:
„Wie lösen wir dieses Problem?“
Sondern genauso:
„Was können wir daraus für die Zukunft lernen?“
05Führung lebt vom Dialog
Ich glaube nicht an Führung aus der Distanz.
Wer Verantwortung für einen Verein trägt, muss die Menschen kennen.
Nicht nur Berichte.
Nicht nur Kennzahlen.
Sondern die Menschen hinter den Zahlen.
Deshalb halte ich den regelmäßigen Austausch mit Beratungsstellen und Mitarbeitenden für unverzichtbar.
Nur wer nah an den Menschen ist, kann den Überblick über das Ganze behalten.
06Führung prägt Kultur
Ich bin überzeugt, dass Kultur nicht durch Regeln entsteht, sondern durch unser tägliches Miteinander.
Sie zeigt sich darin, wie wir miteinander sprechen, wie wir Wissen teilen, wie wir mit Fehlern umgehen und ob wir uns über den Erfolg anderer freuen können.
Ich wünsche mir eine Kultur, in der wir voneinander lernen, Erfahrungen weitergeben und gemeinsam Verantwortung für die Zukunft unseres Vereins übernehmen.
Denn ich glaube, dass ein Verein dann am stärksten ist, wenn nicht jeder für sich besser werden möchte, sondern wir uns gegenseitig dabei unterstützen, besser zu werden.
07Führung braucht Demut
Meine Perspektive ist niemals vollständig.
Deshalb höre ich zu.
Deshalb suche ich andere Meinungen.
Die besten Führungskräfte halten nicht an ihrer ersten Meinung fest.
Sie halten an ihren Werten fest und sind bereit, ihre Schlussfolgerungen zu ändern, wenn bessere Argumente sie überzeugen.
Ich möchte offen genug bleiben, meine Schlussfolgerungen zu ändern – aber standhaft genug, meine Werte nicht zu verlieren.
08Führung schafft Freiräume
Ich bin überzeugt, dass die wertvollste Ressource unseres Vereins nicht unsere Technik und nicht unsere Prozesse sind.
Es sind die Menschen.
Deshalb sollten sich unsere Strukturen immer an einer Frage messen lassen:
Verschaffen sie unseren Beratungsstellen mehr Zeit und mehr Energie für das, was unsere eigentliche Aufgabe ist?
Ich wünsche mir eine LohiBW, in der Mitarbeitende und Beratungsstellenleiter ihre Kraft nicht für vermeidbare Probleme, unklare Abläufe oder unnötige Hürden aufwenden müssen, sondern für unsere Mitglieder.
Digitalisierung, Schulungen, gute Prozesse oder klare Verantwortlichkeiten sind für mich deshalb niemals Selbstzweck.
Sie sollen Freiräume schaffen.
Freiräume für Beratung.
Freiräume für persönliche Entwicklung.
Freiräume für Zusammenarbeit.
Denn ich bin überzeugt: Gute Führung zeigt sich nicht daran, wie viele Probleme sie selbst löst, sondern daran, wie viele Probleme sie gar nicht erst entstehen lässt und wie viele Menschen dadurch ihr Potenzial entfalten können.
„Die besten Führungskräfte halten nicht an ihrer ersten Meinung fest. Sie halten an ihren Werten fest und sind bereit, ihre Schlussfolgerungen zu ändern, wenn bessere Argumente sie überzeugen.“
